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Heinrich Steinfest, »Wo die Löwen weinen«

»Dies ist ein Roman über das Vorhaben, eine Stadt zu ermorden. Nie erschien mir die Form des Kriminalromans passender, zwingender, befreiender«, sagt Heinrich Steinfest. Jetzt hat er sogar einen Stuttgart-21-Krimi geschrieben. Eine Auftragsarbeit des ortsansässigen Theiss-Verlags. Anfangs war Steinfest, der Meister des Skurrilen, den »das Abstruse, Groteske und Surreale am Leben interessiert«, skeptisch, ob er den Auftrag annehmen sollte. Aber dann hat er doch zugesagt. Der Mann ist ja mutig genug, auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Distanz zu balancieren.

Ein Wutbürger aber ist der mehrfach ausgezeichnete Krimiautor Steinfest nicht, der »sanfte Terrorist«, wie ihn der bekannteste deutsche Krimikritiker Thomas Wörtche einmal nannte. Seine Fans, die nun fürchten, Steinfest werde sie mit einem Regionalkrimi oder gar Agit-prop langweilen, können beruhigt sein. Wo Steinfest drauf steht, ist immer noch Steinfest drin. Dafür sorgt schon das Ego des Autors, der »in fünf oder sechs Jahren« noch gelesen werden und mit jedem Buch nicht weniger als »ein Kunstwerk schaffen« will – was ihm bislang mit seinen Krimis ja auch immer gelungen ist. Mit Figuren wie dem einarmigen, chinesischstämmigen Wiener Privatdetektiv Cheng. Und mit Sätzen, die Kunstobjekten gleichen, die zwar den Gesetzen der Physik spotten, aber doch irgendwie als Fundament für interessante Lebensbetrachtungen taugen.

Steinfest greift in seinem neuen Buch – wie gewohnt – zur Ironie: Die Stuttgarter Demonstranten beschreibt er als »rebellierende Fachleute – jeder Zweite ein selbst ernannter Architekt, jeder Dritte ein Denkmalschützer«; »nirgends sonst auf der Welt« hätten »die Menschen so viel Ahnung von Gleiswesen, Fragen der Statik, Tektonik, Finanzmathematik«. Beim Personal im Roman gleichen die Bösen, die Politiker und herzlosen Manager, Puppen ohne Eigenschaften. Die Guten sind Menschen mit schwarzen und weißen Seiten, geschmückt mit grauen und manchmal auch rosa-roten Tupfern. Diese Trennung in Schablone und Person ist ein schriftstellerischer Kunstgriff, mit dem sich Steinfest schützen will vor dem Anwurf, er mache sich im Buch mit dem Protest gemein. Worüber aber gar kein Zweifel besteht: Heinrich Steinfest ist ein Moralist. Wer das bislang in seinen Krimis noch nicht bemerkt hat, der wird beim Lesen des neuen Werkes sehend.

Mit seinem neuen Buch stieg er direkt auf der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste ein. Und knüpft damit nahtlos an seine bisherigen Erfolge an: Deutscher Krimipreis 2003, 2006, 2008, 2009, Stuttgarter Krimipreis 2010, Nominierung Deutscher Buchpreis 2006. Zuletzt erhielt er den Heimito-von-Doderer Literaturpreis 2010. Dieser Preis wird alle zwei Jahre für ein hervorragendes Einzel- oder Gesamtwerk aus dem deutschen Sprachraum vergeben, das sich durch hohe Sprachsensibilität und -originalität auszeichnet. Die Jury nannte Steinfest »den Meister spannender Prosa an der Grenze zwischen Absurdität und Komik«. Heinrich Steinfest hat mittlerweile eine besondere Beziehung zu Gütersloh, ist er doch jetzt bereits zum vierten Mal auf Einladung der Buchhandlung Markus hier zu Gast.

Mittwoch, 6. April, 20 Uhr
Buchhandlung Markus, Münsterstraße 9
Eintritt: 10 Euro (ermäßigt: 8 Euro)

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