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Anthony McCarten, »Ganz normale Helden«

Er sei unter den literarischen Exporten aus Neuseeland einer der aufregendsten, schrieb der International Herald Tribune über Anthony McCarten. Ob es daran liegt, dass er meistens von Frauen gelesen wird? Er selbst hat eine einfache Erklärung dafür: »Es gibt in meinen Romanen eben keine Menschen, die mit dem Auto durch die Gegend fahren und Atombomben aus dem Fenster werfen.« Frauen seien eher interessiert an emotionalen Geschichten. Anthony McCarten will in seinen Werken das wahre Leben widerspiegeln, weshalb sie immer eine Mischung aus Komödie, Drama und Tragödie sind, sagte er in einem Interview mit Literatur-Film.

»Herr der Ringe« als Inspiration

Dreharbeiten haben McCarten, geboren 1961, den Weg gewiesen: In seinem Heimatort Wellington wird "Der Herr der Ringe" gedreht und für ihn eröffnet sich eine neue Welt. Mit seinem Freund Stephen Sinclair, der das Drehbuch für »Herr der Ringe« verfasst hat, schreibt der 25-jährige McCarten sein erstes Theaterstück »Ladies Night«. Vier Kerle ohne Job, Geld und Frau gründen quasi als letzten Versuch eine Männerstrip-Gruppe. Das Stück schlägt ein: Es wird weltweit aufgeführt und 2001 mit dem Molière-Preis, den nationalen Theaterpreis Frankreichs, für das beste ausländische Stück ausgezeichnet. »Anthony McCarten hat ein Händchen für tolle Geschichten, kann ernste Themen mit viel Witz behandeln«, bescheinigte ihm ein Buchkritiker des Westdeutschen Rundfunks.

Vom Theater zum Film zum Buch

Elf weitere Theaterstücke folgen, außerdem mehrere Drehbücher, Gedichte, ein Kurzgeschichtenband und vier Romane. 2007 erscheint »Superhero«: Darin geht es um das Schicksal von Donald Delpe, eigentlich ein ganz normaler 14-jähriger Teenager. Er hat nur Sex im Kopf und will es endlich wissen. Doch er hat nicht viel Zeit, das herauszufinden, denn er ist an Leukämie erkrankt und hangelt sich von einer Chemotherapie zur nächsten. Er trotzt seinem Schicksal mit lauter Musik und einem unsterblichen, von ihm gezeichneten Comic-Helden. Der Roman ist mit den Schauspielern Andy Serkis, Thomas Brodie-Sangster und Jessica Schwarz in München verfilmt worden und läuft seit 30. August 2012 unter dem Titel »Am Ende eines viel zu kurzen Tages« in den deutschen Kinos.

Merkwürdige Wettbewerbe und Außerirdische

2008 folgt »Englischer Harem«, eine Tragikomödie über Liebe, Essen und Islam. »Hand aufs Herz« wird 2009 veröffentlicht. Dabei geht es um einen Durchhaltewettbewerb, bei dem die Teilnehmer fünf Tage, elf Stunden und 22 Minuten lang ihre Hand an ein Auto halten müssen. Dem Gewinner lockt ein neues Auto im Wert von 25.000 Pfund. 2011 erscheint »Liebe am Ende der Welt«: Drei unschuldige Mädchen werden, wie sie sagen, von Außerirdischen entführt. Keiner glaubt ihnen, doch dann sind sie schwanger, obwohl sie noch Jungfrauen sind. Wo die Wahrheit liegt und wie man sich davor mit einer großen Portion Selbsttäuschung drücken kann, beschreibt McCarten mit der ihm eigenen Mischung aus Ernst und Humor. Zur Frankfurter Buchmesse kommt sein neuestes Buch »Ganz normale Helden« heraus. Es ist eine Art Fortsetzung von »Superhero«, denn es handelt von Donald Delpes Eltern und seinem Bruder Jeffrey, von ihrer Trauer um den verstorbenen Sohn und Bruder, von Verlust, von einer Scheinwelt, die alle drei sich aufbauen und die von Depression über Alltagsflucht bis zum Eintauchen in die »zweite« Welt von Online-Spielen geht.

Schreiben ist Liebe

Alle Romane von Anthony McCarten wurden weltweite Erfolge, sowohl bei den Lesern als auch bei den Kritikern. Gegenüber booksection.de sagte der Autor: »Ein Roman ist eine Ehe, die immer in Tränen endet, ein Drehbuch ist eine Affäre mit einem Liebhaber, der gerade mit etlichen anderen Leuten zur selben Zeit schläft, und eine Kurzgeschichte ist ein Kurzbesuch bei einer Ex-Frau, die dich rührend daran erinnert, wie großartig es zwischen euch war, als es noch großartig war.« Anthony McCarten lebt in Los Angeles, Wellington und im englischen Gloucestershire und ist Vater von drei Söhnen. »Anthony McCarten mutet nicht nur seinen Figuren, sondern auch den Lesern die Gewissensfrage zu: Was ist man aufzugeben bereit, um wieder an etwas zu glauben? Birgt nicht erst das Ungewisse im Gegensatz zum Starren eine neue Perspektive?«, schrieb die FAZ. »Anthony McCarten hat die unglaubliche Gabe, Geschichten so aufzuschreiben, dass es einem das Herz zerreißt, während man über seine Einfälle, Sprüche und seinen unbesiegbaren Humor lacht«, so das Hamburger Abendblatt. »McCarten pflegt den satirischen Ton, ohne waschechte Satiren zu schreiben. Er ist ein geborener Erzähler. Ihm sitzt, wie bei Shakespeare, der Schalk im Nacken«, hieß es in der Welt.

Freitag, 14. September, 20 Uhr
Evangelisch-Stiftisches Gymnasium, Feldstraße
Moderation und Übersetzung: Oliver Rachner
Karten 8/10 Euro bei der Buchhandlung Markus (Schülerkarten 5 Euro)

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