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Die schönsten Bücher 2013 – die Ausstellung

Deshalb rückt der von der Stiftung Buchkunst seit 62 Jahren veranstaltete Wettbewerb um die schönsten deutschen Bücher ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch im Jahr 2013 zeichnete eine zweistufige Expertenjury jeweils fünf Bücher in fünf Kategorien aus, die ab sofort das Prädikat »Die schönsten deutschen Bücher« tragen dürfen. 723 Bücher von 323 Einsendern lagen der Jury zur Begutachtung vor. Alle Auszeichnungen sind undotiert. »Die schönsten deutschen Bücher« sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung. Die Gestaltung eines Buches wird im Zeitalter der elektronischen Lesegeräte immer wichtiger.

Buchhandlung Markus und der Literaturverein der Stadtbibliothek Gütersloh unterstützen daher aus Überzeugung die Stiftung Buchkunst und ihre Jahresausstellung, die wesentlich dazu beiträgt, den ästhetischen Wert eines Buches zu dokumentieren. Die Buchhändler und Bibliothekare im Kreis Gütersloh werden zunehmend mit der Frage konfrontiert: Wird das gedruckte Buch langsam verschwinden? Die Antwort darauf kann nur lauten: Warum sollte es? Schriftsteller und Kulturphilosoph Umberto Eco weiß, dass bestimmte Gebrauchsgegenstände einmal ihre Form finden, die sie dann behalten, weil sie nicht nennenswert verbessert werden können - man denke an den Eimer, den Löffel, den Ball. Und natürlich an das Buch: Blättern können Sie nur in einem Buch.

Autor und Verleger Jan Philipp Reemtsma dazu: »Scrollen ist nicht Blättern-bloß-anders, sondern etwas anderes in einem anderen Medium. Auch diese Medien brauche es. Für den Büchergewohnten sei hier nur von einer gewissen Bedeutung, dass auch diese in die Jackentasche passen«. Über die Zukunft des Buches ist ja fast alles (von allen) gesagt. Da ist es mal an der Zeit, sich auf die Gegenwart der Bücher zu konzentrieren. Die derzeit schönsten ihrer Zunft sind nun zu Gast im Kreis Gütersloh- und die Begegnung mit den Schönsten und den beiden Allerschönsten lohnt sich allemal: Zwei Bilderbücher teilen sich den Thron – eins für Kinder und eines für Erwachsene.

Dazu die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Buchkunst, Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs: »In diesem Jahr entschied sich die Jury, den Preis zu teilen, um zwei Zeichen zu setzen: Zum einen heben wir auf den Thron des ›Preises der Stiftung Buchkunst‹ ein Buch, das in seiner Gestaltung und Machart eine Spitzenleistung darstellt – und dies nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich: Die Sixtina MMXII ist Perfektion in Buchform. Zum anderen imponierte der Jury einen Pappband, der in all seiner Einfachheit beweist, dass auch das erste Buch schon ein schönes Buch sein kann. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass ›Pappbuchalter-Kinder‹ durchaus souverän mit Papas iPad umgehen, müssen wir den ersten Kontakt mit dem Buch zu einem besonderen Erlebnis machen: Mein kleiner Wald ist leises Glück und in seiner Einfachheit perfekt.«

»Auch das erste Buch kann schon ein schönstes Buch sein! ›Mein kleiner Wald‹: Verlag Beltz.« Das Buch für Kinder ab drei Jahren lädt ein zu einem Besuch im Wald. Die Illustrationen zeigen goldige Protagonisten – einen freundlichen Fuchs, einen aufmerksamen Dachs und ein neugieriges Eichhörnchen. In sparsamen Worten wird das Erleben im Wald beschrieben Die Idee der Nachhaltigkeit bei diesem Buchprojekt wird durch die Gestaltung betont. Gedruckt auf Ökokarton mit Naturfarben, setzt sich dieses Kinderbuch wohltuend von den herkömmlichen Produkten dieses Marktsegmentes ab und setzt ein Zeichen durch seine Materialität. Das Buch bezaubert durch die liebenswürdig stilisierten Figuren, die Kompositionen und die Spannung durch Kontraste. Eine kurze Gutenachtgeschichte, erzählt in Futuraversalien – wenn das nicht zukunftsverheißend ist.

Sixtina MMXII Edition Minerva, der Kunsthandel-Verlag, Neu-Isenburg »Die atemberaubende Kartografierung Raffaels Sixtinischer Madonna« Diese Broschur dokumentiert das künstlerische Projekt der fotografischenKartierung von Raffaels Sixtinischer Madonna und deren imaginärer Entrückung. Es geht um Nähe und Distanz, um die Frage danach, was mit einem Blick erfasst wird oder durch genaue Betrachtung an Rätselhaftigkeit gewinnt. Der Besucher fixiert schon das in Blickachse an der Stirnwand des letzten Museumsraumes präsentierte Gemälde. Diesen Blick aus der Ferne durch die Enfilade druckt die Künstlerin auf eine Leinwand von Raumgröße, die sie genau in diesen letzten Raum an Stelle der Madonna hängt. Die temporäre Installation wird wieder abgebaut – was bleibt, ist ein Buch. Ein Bilderbuch für Erwachsene. Mit den Augen ertasten wir die Bildtextur. Bilder lesen, Text lesen – hier wird Zeit geschenkt.

»Bücher sind mein Gedächtnis – Archive des Gesehenen und Empfundenen«, verrät die Künstlerin bereits auf dem Umschlag, der auch das Inhaltsverzeichnis trägt und die Publikation als Werkbericht charakterisiert. Unsere Lieblingstitel: Katherine Mansfield: In einer deutschen Pension. Büchergilde Gutenberg Köstlich, diese schrille Synthese aus Spießigkeit, Kitsch und Ironie, die in Text und Bild so kongenial einen Geschmack davon gibt, in welch soziologisch exotischen Genuss die junge Schriftstellerin wohl während ihres Aufenthaltes in einer deutschen Penison im Jahr 1909 gekommen war. Das Einbandgewebe, Kapital- und Zeichenband furchtlos Ton in Ton in Pink, die jugendstiligen Versalien der Überschriften, die Übertreibung von Merkmalen traditioneller Buchgestaltung (übergroße Pagina und fette Kopflinie im Duktus der Illustrationen), der Text gesetzt aus der jungen Variante einer klassischen Antiqua in einem Satzspiegel mit üppig bemessenen Stegen – dies alles schafft sich die Gestalterin und Zeichnerin als angenehmes Lesemilieu. Warum beginnen die Absätze ohne den in der Regel gebotenen Einzug? Weil es sehr viele sehr kurze Absätze gibt, die die sonst unentbehrlichen Einzüge in irritierende Löcher verwandeln würden. Und nun die Bilder! Die unterhaltsamen Motive und Kompositionen in vierfarbigem Druck – Schwarz und Sonderfarben in poppigem Dreiklang – bringen einen gehörigen Spaß aufs geglättete Naturpapier. Sie lassen sich aber auch als subtil gerahmte Psychogramme einer Ära lesen, in der bisher unbekannte Konflikte von Korsett und Lebensreform, Geschlechterklischees und Frauenbewegung, Kaisermacht und Seelenforschung die überkommene Gesellschaftsordnung durcheinander brachten. Man ahnt es schon auf dem Schutzumschlag.

JAK, Hamed Taheri: JAK. »EXP.edition«: »Ein ganz normales Buch – ist es nicht. Beim Blättern fallen lauter Blätter heraus, nicht etwa die Buchseiten, sondern Einlagen in verschiedener Gestalt. Das, was niet- und nagelfest ist, bleibt übrig – das, was man technisch ein Buch nennt. Aber dennoch gehören die losen Teile zwingend zu diesem Buch, genauso, wie die Phantasie der Autoren und des Künstlers dazugehören – genauso, wie die Phantasie des Lesers und Betrachters. Dieses Buch ist ein Dokument für das interaktive Geschehen nicht nur zwischen Autor und Leser, sondern vielmehr zwischen Buch und Geist. Natürlich bleibt diese Form ein Sonderfall, sie führt uns aber vor Augen und spielt uns in die Hände, was ein gedrucktes Buch, mit oder ohne Text, eigentlich will. Es statuiert ein Exempel auf das erste Motto in dem Buch, einem Zitat von Jean-Paul Sartre: ›… So ist das Buch nicht wie das Werkzeug Mittel zu irgendeinem Zweck: es empfiehlt sich als Zweck der Freiheit des Lesers‹.«

Einar Turkowski Als die Häuser heimwärts schwebten ...mixtvision Mediengesellschaft, München Ein kinderphilosophisches Bilderbuch? Es hat die Form eines klassischen Kinderbuches: großes breites Format, schweres festes Papier, eleganter haltbarer Halbleineneinband, matte kratzfeste Folienkaschierung. Weniger klassisch ist die Bildstrategie: Zehn doppelseitige surreale Szenerien sind fein mit dem Bleistift konturiert, mit großem Tonwertreichtum gefüllt und dezent mit gegensätzlichen Begriffspaaren unterschrieben. Im frequenzmodulierten Raster reproduziert, sind die Bilder eigentlich schon faksimilierte Drucke – daher die zurückhaltende Brillanz auf dem matten Papier, die die Betrachter, »Kinder und ihre Erwachsenen «, trotz – oder wegen? – des Fehlens von Farbe in eine forschende und fabulierende Stimmung versetzt. Die geheimnisvollen Bilder provozieren Fragen. Das Surreale hat immer eine reale Form, sei es im Bild, sei es sprachlich. Genau dies macht das Buchige am Buch aus: Das stehende Bild, ja selbst der stehende Text bringt die Gedanken in Bewegung: Von Meerjungfrauen Kapitänen und fliegenden Fischen Geschichten und Gedichte rund ums Wasser. Von Meerjungfrauen, Kapitänen und Fliegenden Fischen, Boje Verlag, Köln Eine reichhaltige Anthologie mit über 70 Geschichten und Gedichten rund ums Wasser, eingebunden in eine Halbgewebedecke mit dem anregend rotschillernden zweifarbigen Gewebe – eine schöne Parallelführung zur Sardinenjungfrau auf der Titelillustration. An der kringeligen Handschrift des Titels ahnt man schon etwas von der Quirligkeit, mit der sich so allerlei im Wasser tummelt – und so kommt es dann auch. Eine reichhaltige surreale Fauna erwartet uns im Inneren, eine Reise durch Untersee und Übersee. Die collagierten, gezeichneten, hingetuschten, numerierten gestempelten offenen Bilder verselbständigen ihr Eigenleben derart, dass bald umgekehrt die Texte zur Illustration geraten. Man möchte es ihr glauben: Hat die Illustratorin wirklich Schwimmhäute zwischen den Fingern?

Diese und alle anderen Siegertitel können Sie in Gütersloh in der Zeit vom 4. bis zum 30. Noveber 2013 in der Buchhandlung Markus und im Anschluss in der Stadtbibliothek Gütersloh bis Jahresende sehen Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen

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