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»Die Stadt, die man einmal gekannt hatte, existierte nicht mehr. Die stolze Freie Reichsstadt war zu einer Steinwüste geworden, aus der bizarre Ruinen in den tristen Himmel ragten.«

Am Mittwoch, den 17.Mai um 19.30 Uhr stellen Buchhandlung Markus und Bambi den Film "Es war einmal in Deutschland" in Anwesenheit des Autors Michel Bergmann vor.

Regisseur Sam Garbarski hat eine Vorliebe und ein Händchen für Tragikomödien abseits des Mainstreams. Dass er sich dieses Stoffes annahm, ist dem Erfolg der Romane von Michel Bergmann zu verdanken. Dessen Romantrilogie über die „Teilacher“ bietet viele Facetten jüdischen Humors und verschlungene Wege jüdischen Überlebens in der deutschen Trümmerrepublik unmittelbar nach dem Krieg.

Nach den Romanen und dem Drehbuch von Michel Bergmann erzählt Garbarski, Jahrgang 1948, seine melancholische Komödie. Berührend und unterhaltsam, mit leisem Schwung und feinem Gespür, mit Zeitkolorit und Stimmungen aus den Anfängen dieser Republik. Dabei beweist der Filmemacher ("Irina Palm"), Sinn für den gesellschaftlichen Schwebezustand damals, in dem traumatisierte Menschen zaghaft und selbstbewusst ihr neues Leben gestalteten.  

Frankfurt 1946: Der jüdische Kaufmann David will mit Freunden, die wie er knapp dem Tod entkommen sind, ein Geschäft aufziehen. Dabei knüpft er an die Tradition seiner im Holocaust ermordeten Familie an, die einen Weißwäsche-Handel betrieben hat. Von Haustür zu Haustür ziehen die selbst ernannten Handelsvertreter und verschaffen sich mit aberwitzigen Tricks Einlass, um deutschen Hausfrauen feinste Bettwäsche anzubieten. Ihre Erlebnisse setzen sich zu einem Bild der frühen Nachkriegszeit aus jüdischer Perspektive zusammen.
Sam Garbarski übernimmt den mal lakonischen, mal komischen, Tonfall der literarischen Vorlage Michel Bergmanns. Scheinbar beiläufig werden große Fragen behandelt: Bleibt man im Land der Verfolger, das einst die Heimat war? Oder versucht man mit dem frisch verdienten Geld so schnell wie möglich auszureisen? Mit Fragen ganz anderer Art wird David konfrontiert, der den Holocaust aufgrund seines komischen Talents überlebt hat. Special Agent Sara Simon(Antje Traue) erforscht seine Vergangenheit, will wissen, weshalb er zwei Pässe hatte und warum er Adolf Hitler auf dem Obersalzberg besuchen sollte.

Von Schiebern und der Halbwelt des jüdischen Elends inmitten von Nazis in requirierten Wehrmachtskübelwagen und SS-Mördern in Zeitungsbretterbuden erzählt der Film, der mit der spielerischen Wendung "Es war einmal in Deutschland..." das grauenvolle Elend der deutschen Trümmerrepublik aufs Kreuz legt. Aus gebrochenen Lagerüberlebenden werden Teilacher, jüdische Hausierer. Zu sehen ist eine sympathische Bande von Aufschneidern und Verführern, die braunen Deutschen Weißwäsche andreht. So wird die Zeit genießbar, die man bis heute gern verdrängt.

Michel Bergmann, 1945 als Kind internierter jüdischer Flüchtlinge in der Schweiz geboren. Journalist, preisgekrönter Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. 2010 erschien sein Roman »Die Teilacher«, 2011 setzte er die Trilogie mit »Machloikes« und »Herr Klee und Herr Feld« fort. Bergmann schreibt lebensklug und mit dem Witz eines Groucho Marx , Bergmanns Onkel David gab das Vorbild für den Entertainer und Schlemihl, das Oberhaupt der Teilacher, im Film verkörpert von Moritz Bleibtreu.

Moritz Bleibtreu ist als verführerischer, lebensgieriger David sowohl ein arroganter Macher als auch ein unglaublich listiger Erzähler mit viel Charme. Das Spiel des 45-Jährigen ist überragend. Lange war Bleibtreu nicht mehr so charismatisch und präsent. Diese feine Tragikomödie schultert er mit Bravour.

Der Film wurde auf der Berlinale mit großem Lob bedacht und kommt jetzt in die Kinos.

Michel Bergmann stellt an diesem Abend seine Bücher vor, spricht über seine Arbeit am Drehbuch und über die Dreharbeiten.

 

Vorverkauf zwölf Euro, ermäßigt elf Euro, Abendkasse vierzehn Euro

17. Mai, 19.30 Uhr

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© wetterdienst.de

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